Wie das Reden vom Immunsystem leibhaftig wird

Beate Zimmermann

Noch vor zehn Jahren schien mir der Blick auf das Immunsystem eine fortschrittliche Alternative verglichen mit dem Blick auf Mandeln, Mägen und Herzen, schien mir die Vorstellung, etwas zu stärken, das in uns steckt richtiger, als etwas herauszuschneiden. das uns stört. Es schien die Maschinenvorstellung des Körpers zu überwinden und präsentierte sich als wissenschaftliche Grundlage einer »Ganzheitsmedizin«. Inzwischen ist das Immunsystem allüberall. Es liefert die Erklärung alter wie neuer Krankheiten, diktiert und verändert Eßgewohnheiten und begründet die Forderung nach einem gesunden, selbstverantwortlichen Lebensstil. Es ist mir suspekt geworden in seiner Allmacht.

Ich meine, wir müssen uns mit dem »Immunsystem« auseinandersetzen,

  • weil es aus dem Menschen ein System mit Programm macht
  • weil es aus Krankheit einen Fehler im System macht
  • weil es den Menschen sich selbst zum Feind macht
  • weil Menschen ihren Empfindungen nicht mehr trauen können
  • weil Leben das System überhaupt stört
  • weil individuelles Verhalten zum Versagen des Systems führen kann
  • weil seit AIDS das Immunsystem die Menschen auseinanderbringt
  • weil vor dem Immunsystem alle Menschen eins sind
  • weil es neue medizinische Abhängigkeiten schafft
  • weil das Immunsystem einzig gentechnologisch hergestellte immunanaloge Produkte schafft
  • und weil es am Ende keine Lösung anbieten kann.

Um etwas Ordnung in diese Behautungen zu bringen, will ich einiges aus der sehr jungen Geschichte des Immunsystems erzählen, will die Bilder beschreiben, mit denen das System uns nahegebracht wird, und will zeigen. wie sich diese Gedankenwelt über unser Leben und Handeln stülpt.


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Beate Zimmermann, Wie das Reden vom Immunsystem leibhaftig wird [pdf]